Schwarzes Leid, weisser Blick

Bild: Dana Schutz
Darf eine weisse Künstlerin das Motiv schwarzen Leidens aufgreifen? New Yorks Kunstwelt ist so tief gespalten wie schon lange nicht mehr.
Es gibt ein höchst kontroverses Werk in der diesjährigen Biennale des New Yorker Whitney-Museums, ein Video, in dem ein junger Mann fast zu Tode geprügelt wird. Jordan Wolfsons Virtual-Reality-Installation «Real Violence» zeigt den Künstler, wie er gnadenlos auf sein am Boden liegendes Opfer einschlägt. Es ist ein Gewaltakt, der sich mittels der Technik in der Tat wie «reale Gewalt», nämlich beinahe physisch, mitteilt.
Diese Attacke ist auch ein Übergriff auf den Betrachter, der, mit Kopfhörern und einer 3-D-Brille ausgestattet, nicht nur zur Zeugen-, sondern zur Mittäterschaft verurteilt wird. Man sollte meinen, dass dieses Video zwar laute Proteste, aber nicht den Ruf nach Entfernung auslöst. […]
weiterlesen auf nzz.ch