Keine Fragen!

Bild: ap
Clintons Auftritte in der Öffentlichkeit sind rar gesät. Dafür lässt sie sich auf privaten Fundraising-Partys von der Wall-Street-Elite hofieren.
Ich besitze eine Fotografie von mir und Bill Clinton. Vor vielen Jahren, George W. Bush hatte bereits das Zepter ergriffen, nahm Clinton mich vor dem Weissen Haus in den Arm. Um genau zu sein: Er legte mir jovial die Hand auf die Schulter und lächelte in Richtung Kamera.
Die Begegnung zwischen mir und dem 42. Präsidenten fand freilich nur im 2-D-Format statt. Weil das damals gerade amtierende Regierungsoberhaupt George W. Bush dermassen unbeliebt war, hatte man für die verbliebenen White-House-Pilger den populärsten aller bisherigen Präsidenten als Foto-Attrappe aus Karton am Zaun aufgebaut – auf der man durch ein Loch sein eigenes Gesicht ins Bild bringen konnte. Seither ist Bill Clinton mein berühmtester Pappkamerad. […]
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Andrea Köhler wurde in Bad Pyrmont geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie in Braunschweig und Freiburg im Breisgau begann sie 1984 als freie Journalistin mit dem Schwerpunkt Literaturkritik. Von 1991 bis 1994 arbeitete sie als Kulturkorrespondentin in Paris. Seit 1995 Mitglied der NZZ-Feuilleton-Redaktion, zunächst mit Zuständigkeit für die deutschsprachige Literatur; von 2001 bis 2018 lebte sie als Kulturkorrespondentin für die NZZ in New York. Im Jahr 2000 war sie Visiting Professor an der Washington University of St. Louis. 2003 erste Preisträgerin des Berliner Preises für Literaturkritik. 2004 Max Kade Fellowship und 2017 Fellowship der Bogliasco Foundation in Italien.