Das Tier und wir

Inhalt
»Ich bin ich, weil mein kleiner Hund mich kennt.«
– Gertrude Stein
Unsere Begleiter und unsere Verwandten, unsere Liebesobjekte und unsere Opfer sind die Tiere und zugleich Geschöpfe unserer Phantasie. In jeder dieser Geschichten stellt uns ein Autor sein Tier vor, und in jeder begegnen wir der besonderen Faszination, die uns mit Tieren verbinden kann.
Tiere sind Statthalter unserer Gefühle. Wann immer wir über sie nachdenken, steht die Frage nach ihrer Ähnlichkeit oder Fremdheit im Raum. Wir können gar nicht anders, als sie immerzu in Beziehung zu setzen zu uns selbst. Was unterscheidet uns von den Tieren, worin sind sie uns gleich? Instinkt kontra Willensfreiheit? Trieb kontra Verstand? Das Bewusstsein von Zeit und Vergänglichkeit wird ihnen abgesprochen. Doch egal, was sie uns antworten – meist schweigen sie –, immer stehen wir vor einem Rätsel, das uns auf uns selbst verweist.
Andrea Köhler wurde in Bad Pyrmont geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie in Braunschweig und Freiburg im Breisgau begann sie 1984 als freie Journalistin mit dem Schwerpunkt Literaturkritik. Von 1991 bis 1994 arbeitete sie als Kulturkorrespondentin in Paris. Seit 1995 Mitglied der NZZ-Feuilleton-Redaktion, zunächst mit Zuständigkeit für die deutschsprachige Literatur; von 2001 bis 2018 lebte sie als Kulturkorrespondentin für die NZZ in New York. Im Jahr 2000 war sie Visiting Professor an der Washington University of St. Louis. 2003 erste Preisträgerin des Berliner Preises für Literaturkritik. 2004 Max Kade Fellowship und 2017 Fellowship der Bogliasco Foundation in Italien.