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Ist jetzt endlich Schluss?

Bild: Still aus einem Musikvideo von Kim Boekbinder

Donald Trumps Hinterzimmer-Rhetorik ist genauso abgestanden wie die patriarchalische Ordnung, als deren letztes phallisches Aufbäumen er sich geriert.

Es fängt damit an, dass der nette Opa von nebenan beim «Hoppe-Reiter»-Spielen das Höschen der Kleinen von innen beäugt. Es geht damit weiter, dass der Nachbar der Elfjährigen in die knospenden Brustwarzen kneift. Kommt das Kind in die Pubertät, glaubt jeder Bauarbeiter am Strassenrand, den Mädchenkörper mit Pfiffen und Zoten benoten zu dürfen. In der Strassenbahn bekommt sie ein erigiertes Geschlecht in den Rücken gedrückt, im Bus werden Brust oder Hintern betatscht. In der Schule, im Studium, in der Arztpraxis oder im Job: Es gibt keine Frau, die von unerwünschten sexuellen Avancen verschont geblieben ist. Der Lehrer, der Chef, der Fremde – sexuelle Übergriffe, die auf nichts anderem gründen als dem uralten männlichen Privileg der Verfügungsgewalt, gehören zum weiblichen Lebenslauf wie die Jungfrauen zum islamistischen Attentat.

Wer an dieser Tatsache noch immer Zweifel hegt, kann sich aus gegebenem Anlass auf Twitter von der Ubiquität solcher Erlebnisse überzeugen. Die kanadische Schriftstellerin Kelly Oxford hat dort nach Donald Trumps jüngster Prahlerei mit sexuellen Übergriffen unter dem Hashtag #NotOkay ihre Geschlechtsgenossinnen aufgefordert, von den ersten einschlägigen Erfahrungen zu berichten. In Nullkommanichts erhielt Oxford mehr als 50 Einträge – und zwar pro Minute. Inzwischen sind es Millionen. […]

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