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Jongleur des Möglichkeitssinns

Bild: Monier / Rue des archives / Keystone)

Was ist Leben, was ist Kunst? Der US-Autor Paul Auster feiert seinen 70. Geburtstag mit einem weiteren literarischen Verwirrspiel.

«The Road not Taken» heisst ein oft zitiertes Gedicht des amerikanischen Lyrikers Robert Frost, das von einer Weggabelung im Wald handelt, der eine schicksalhafte Bedeutung zukommt. «The road not taken» ist so etwas wie unser Lebensschatten. Die Frage «Was wäre, wenn?» war schon immer ein Faszinosum für Schriftsteller, die das Spiel mit Optionen immerhin zu ihrem Beruf gemacht haben.

Paul Auster ist ein besonders gewiefter Jongleur des Möglichkeitssinns – das Raffinement, mit dem er Wirklichkeit und Fiktion in seinen siebzehn Romanen und fünf Autobiografien ineinander verwebt, hat ihm den Ruf eines Meisters der metafiktionalen Vexierspiele eingebracht. In seinem soeben erschienenen neuen Roman mit dem Abzählvers-Titel «4321» gibt der Autor seiner Figur Archie Ferguson vier unterschiedliche Biografien mit auf den Weg. Sie alle haben freilich eines gemein: Geboren am 3. März 1947, hat Archie exakt einen Monat nach Paul Austers eigener Geburt, heute vor siebzig Jahren, das Licht der Welt erblickt. […]

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